Die homosexuelle Revolution ist großartig, alles andere ist Quark!

“Schwulenfeindlichkeit und Hass, machen auch hier keinen Spaß. Unser Weg ist schwer und er ist lang.” (Tuntentum in Neukölln)

Wir Lesben, wir Schwule, wir Bis, wir Trans, wir NBs und Queers und Homos aller Sorten! Noch immer müssen wir uns mit der Revolution befassen. Verärgerte Bürgerliche bringen uns nichts, denn statt die Verhältnisse wirklich zu ändern wollen sie nur kleine Reformen – ohne sich selbst ändern zu müssen. Dabei sind Wechsel notwendig, wenn wir am Leben unserer Schwestern und Brüder interessiert sind. Radikale Veränderung, denn an kleinen Schrauben zu drehen hilft nur den jetzt schon Bessergestellten. Eine Revolution muss her. Und sie muss homosexuell sein.

Seit wann gibt es schon dieses Bedürfnis zum Umsturz, diese Erotik des Widerstandes, die Liebe zum Umbruch? Adriana Sisko geht dieser Not nach Revolution in ihrem Blog http://unspeakablevice.tumblr.com auf den Grund. Sie schaut dorthin, wo alles anfing – Revolution, schwules Begehren, und auch (wenn wir Hanna Arendt folgen) Hegels moderner Geschichtsbegriff: die französische Revolution – Mutter aller Umstürze!

“There is no sexual revolution without homosexual revolution!”

Als Kulturhistorikerin beschäftigt sich die Bloggerin mit dem der Übelappung zwischen von Revolution und Begehren, wobei sie die Akteure der Revolution unter die Lupe nimmt. Doch statt nur auf die Prominenten im Revolutions-Ensemble zu schauen, die wie Robespierre oder Danton in jeder Provinzkarrikatur über den heißen Sommer 1789 auftreten, rückt sie auch einen außerordentlichen Charakter in den Mittelpunkt: Louis Antoine de Saint-Just. Mit 24 Jahren ist er schon Mitglied der Nationalversammlung, später soll er einer der fünf Autoren der Verfassung, ein enger Freund Robespierres und ein ganz eigener Charakter werden. Sisko liest die Freundschaft zwischen ihm und Robespierre ordentlich gegen den Strich. Dabei stellt sie letztendlich die Frage, wie queer die Geschichten sein können, die eigentlich hinter den Worten der Geschichtsbüchern steckt.
Wie verbunden, wie aufrichtig, wie ehrbar, wie loyal – selbst als Robespierre de Verrats beschuldigt wird steht Saint-Just hinter ihm – was er noch vor Robespierre selbst an der Guillotine auf dem Place de la Concorde mit dem Leben bezahlen musste. Dabei hätte er auch einfach die Klappe halten und überleben können, mensch. Freundschaft; Freundschaft bis in den Tod!

Revolution tut Not

Das ist wahre Liebe, auch zur Revolution. Diese Liebe ist der Urtypus der ‘Ulrike’. In Bruce LaBruces “Raspberry Reich” macht sie die Revolution selbst zu ihrem Boyfriend: “There is no revolution without sexual revolution,” schreit sie, während ihr Liebhaber sie in den Aufzug hineinbumst, “there is no sexual revolution without homosexual revolution!” Sie ist die Liebe unterm Pflasterstein. Revolution tut Not! Deshalb: Freiheit, Gleichheit, Homoheit … oder Tod!

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